„Ich habe viel über die Geschichte der Provinz Fujian gelesen, aus der etwa 40 % der südostasiatischen Chinesen ursprünglich stammen. Da diese Region reich an Bergen und gut erreichbaren Orten ist, reisten die Menschen historisch bedingt zwischen Land und Meer hin und her. Die Seefahrt wird seit über 1000 Jahren betrieben. Fast jede Dynastie versuchte irgendwann einmal, den Handel einzuschränken, doch die riesige Küstenlinie mit ihren vielen Buchten und Bergen machte die Überwachung sehr schwierig. So fanden die Menschen Wege, Handel zu treiben, und das ging über viele Jahre so weiter.“ – Jianggan Li
„Jack Ma von Alibaba hat den Begriff 996, also sechs Tage die Woche von 9 bis 21 Uhr, bekannt gemacht. Er galt als erstrebenswert, da harte Arbeit belohnt wurde und das Unternehmen schneller wuchs als die Konkurrenz. Wenn aber alle dasselbe tun und der Umsatz stagniert, spricht man von ‚Involution‘. Die Belohnungen werden knapper und müssen auf mehr Menschen verteilt werden. Daher ist 996 in China heute fast ein Tabu. Man spricht nicht mehr darüber, aber viele Unternehmen praktizieren immer noch Top-Down-Management und lange Arbeitszeiten. Gerade im Technologiesektor versuchen jedoch bereits viele Unternehmen, sich davon abzuwenden.“ – Jianggan Li
„China öffnet sich immer mehr. Betrachtet man die globale Handelsordnung der letzten 20 Jahre, ist China wohl einer der größten Profiteure. Es hat seine Industrie entwickelt und dadurch den weltweiten Absatz vieler Waren ermöglicht. China hat ein Interesse daran, die bestehende Handelsordnung zu verteidigen, obwohl es diese nicht selbst geschaffen hat. Die Ordnung wurde vielmehr vom Westen etabliert.“ – Jianggan Li, Gründer und CEO von Momentum Works – Jeremy Au
In dieser Folge Jeremy Au mit Jianggan Li über Chinas Diaspora-Wellen, die wirtschaftliche Interdependenz des Bambus-Netzwerks und die 996-MNC-Kultur.
Jetzt auf Apple Podcasts anhören!
Schlüsselwörter: China, Diaspora-Wellen, Wirtschaftliche Interdependenz des Bambusnetzwerks, 996-MNC-Kultur, Jianggan Li, China, Südostasien, Risikokapital, Vordenkerrolle