„Bei einem VC-Investitionsportfolio scheitern etwa 90 %. Ich denke, es gibt drei Tranchen. Die erste Tranche umfasst natürlich die Unternehmen, die bereits gut dastehen. Die zweite Tranche wären Unternehmen, die mit der richtigen Unterstützung potenziell erfolgreich sein könnten. Und die dritte Tranche wären die Unternehmen, bei denen man die Erfolgsaussichten trotz Unterstützung als geringer einschätzt. Die meisten VCs würden versuchen, die erste Tranche zu unterstützen, aber sie könnten feststellen, dass die Gründer ihre Hilfe gar nicht benötigen. Ich denke, VCs investieren recht viel in die zweite Tranche, wenn sie das Gefühl haben, noch eine Chance auf einen unerwarteten Erfolg zu haben. Die dritte Tranche wird dann tendenziell abgeschrieben. Allerdings wurde dies wirtschaftlich dadurch kompensiert, dass das Modell nicht auf den Erfolg der dritten Tranche angewiesen ist. Der Vorteil professioneller institutioneller VCs liegt also darin, dass sie, wenn der Gründer scheitert, …“ In der dritten Tranche wird nichts persönlich genommen. Man ist rücksichtsvoll, unterstützt den Abwicklungsprozess und sorgt dafür, dass es ein würdevolles Scheitern wird, bei dem der Gründer in einem neuen Unternehmen, einem neuen Job oder einem neuen Berufsfeld wieder Fuß fassen kann.“ – Jeremy Au, Moderator des BRAVE Southeast Asia Tech Podcasts
„Zweitens gibt es natürlich das Stimmrecht. Beispielsweise möchten Sie vielleicht einer Fusion zustimmen oder den Vorstand ändern. Aktionärsgruppen haben ein Stimmrecht. Wir haben bereits die Verwässerungsschutzmaßnahmen und die Vorzugsbehandlung bei Dividenden erwähnt. Viele Unternehmen in Südostasien bleiben beispielsweise privat. Haben Sie also die Möglichkeit, Dividenden zu erhalten? Liquidationspräferenzen – wir haben dies als Liquiditätskaskade bezeichnet. Weiterhin gibt es das Vorkaufsrecht. Wenn neue Investoren beteiligt sind, haben Sie die Möglichkeit zu sagen: ‚Ich möchte diese Aktien zuerst kaufen.‘ Mitverkaufsrechte sind entscheidend, denn wenn der Mehrheitsaktionär das Unternehmen verkaufen will, können Minderheitsaktionäre dem Deal ein Veto einlegen.“ – Jeremy Au, Moderator des BRAVE Southeast Asia Tech Podcasts
„Wandelanleihen erleben ein Comeback. Wie bereits erwähnt, wurden Eigenkapitalrunden vor 20 oder 30 Jahren fast ausschließlich für Investitionen genutzt. SAFE-Notes haben sich erst in den letzten 15 Jahren als Standard für Startups in der Frühphase etabliert. Wandelanleihen werden nun aber auch für Startups in späteren Phasen wieder üblich. Für Startups in der mittleren, Wachstums- oder Spätphase sind SAFE-Notes daher völlig ungeeignet. Nehmen wir an, ein Unternehmen wird mit 20 Millionen, 15 Millionen oder 200 Millionen Dollar bewertet. Es könnte beispielsweise sagen: ‚Ich brauche kurzfristig Kapital, um eine Entscheidung zu treffen, aber es ist schwierig für mich, den Preis für die nächste Finanzierungsrunde abzuschätzen. Daher möchte ich eine Wandelanleihe nutzen, um Kapital aufzunehmen und dann sagen: Wenn Sie jetzt einsteigen und mir beispielsweise 10 Millionen Dollar geben, erhalten Sie 20 % Rabatt auf die nächste Runde in einem Jahr. Sie erhalten also 20 % Bonusaktien, weil Sie ein Jahr früher einsteigen.‘“ - Jeremy Au, Moderator des BRAVE Southeast Asia Tech Podcasts" - Jeremy Au
In dieser Folge Jeremy Au über Machtkämpfe in Südostasien: VC-Rechte, Gründerkonflikte und die Rückkehr von Wandelschuldverschreibungen.
Jetzt auf Apple Podcasts anhören!
Schlüsselwörter: Machtkämpfe in Südostasien, Venture-Capital-Rechte, Gründerkonflikte, Rückzahlung von Wandelschuldverschreibungen, Singapur, Südostasien, Venture Capital, Startups, Vordenkerrolle