„Im Grunde möchte man, dass Kinder beim Lernen Spaß haben. Man möchte ihnen Raum und Zeit zur Entwicklung geben, aber ich bin da eher streng. Ich glaube, dass Diamanten unter Druck entstehen, deshalb muss man ein herausforderndes Umfeld bieten. Es geht nicht darum, dass jeder in seinem eigenen Tempo lernt. Wer nicht ein bisschen, oder manchmal auch viel, gefordert wird, wird es im wirklichen Leben sehr schwer haben. Man verpasst auch die Chance, über sich hinauszuwachsen und dazuzulernen. Man sollte Kinder nicht so sehr fordern, dass sie unglücklich oder ausgebrannt sind, aber es muss immer Raum geben, sich mehr anzustrengen, etwas Neues zu lernen und etwas schneller voranzukommen.“ – Henry Motte-de la Motte
„Bildung ist eine sehr traditionelle Branche und daher eher träge. Man neigt dazu, die Auswirkungen der Digitalisierung, selbst während der COVID-Pandemie, zu überschätzen und gleichzeitig das noch vorhandene Veränderungspotenzial zu unterschätzen. Das bedeutet, dass die Branche einerseits weniger fortschrittlich, andererseits aber auch viel spannender ist, als allgemein angenommen wird. Die Verkaufszyklen sind sehr lang. Es gibt viele Interessengruppen, eine hohe Risikoaversion und die Annahme, es sei das Problem anderer – was absurd ist, denn wenn ein Kind nicht die richtige Bildung erhält, spielt es keine Rolle, wem man die Schuld gibt. Mit dem 18. Lebensjahr ist das Zeitfenster für Veränderungen geschlossen.“ – Henry Motte-de la Motte
„Es gibt einige hervorragende Studien, die uns helfen, die politischen Ansichten, die wir im Alter entwickeln, besser zu verstehen. Vereinfacht gesagt, verfestigt sich unser Gehirn, und unsere Denkmuster verfestigen sich. Das ist evolutionär bedingt und ermöglicht uns schnellere Entscheidungen, weil wir über die reine Wiedererkennung hinausgehen. Deshalb werden Menschen im Alter typischerweise konservativer. Unser Gehirn ist biologisch weniger offen für Veränderungen und neigt eher dazu, Abkürzungen zu nehmen. Und deshalb gibt es dieses ganze Forschungsgebiet der Psychedelika, die diese neuronalen Verbindungen im Wesentlichen durchbrechen und unserem Gehirn die – um es mal so auszudrücken – Agilität eines 10, 20 oder 30 Jahre jüngeren Menschen verleihen. Deshalb bin ich so überzeugt davon, dass die Grund- und Sekundarschulbildung richtig gestaltet werden muss.“ – Henry Motte-de la Motte
In dieser Folge Jeremy Au über die Herausforderungen von Bildungs-Startups und die harte Realität, die Debatte um standardisierte Tests versus echte Lebenskompetenzen und seine persönliche Leidenschaft für das Lernen.
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Schlüsselwörter: Henry Motte-de la Motte, Herausforderungen für Bildungs-Startups, Harte Realität, Debatte um standardisierte Tests, Persönliche Leidenschaft fürs Lernen, Südostasien, Gründergeschichte