„Eine der größten Herausforderungen für ein Entwicklungsland wie Indonesien ist die Gewährleistung von Rechenschaftspflicht. Wie stellt man sicher, dass die Ausgaben produktiv sind und eng mit den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verknüpft sind? Es hängt maßgeblich von der bestehenden öffentlichen Politik ab. Die Frage geht weit über die einfache Antwort hinaus, ob Kredite gut oder schlecht sind. Entscheidend ist: Sind unsere öffentliche Politik und unser gesamtes Umfeld angesichts höherer Investitionen, gestiegener ausländischer Direktinvestitionen oder einer steigenden Schuldenquote so strukturiert, dass diese Ressourcen effektiv und transparent genutzt werden können?“ – Gita Sjahrir, Leiterin Investment bei BNI Ventures – Jeremy Au
„Eine Erhöhung der Schuldenquote ist allgemein unpopulär, vor allem aufgrund eines weit verbreiteten Missverständnisses darüber, wie Staatsverschuldung im Vergleich zu privater Verschuldung funktioniert. Hinzu kommen unterschiedliche Maßstäbe. So können die USA beispielsweise eine Schuldenquote von über 100 % des BIP beibehalten, ohne nennenswerte Kritik zu erfahren, während andere Länder, die ähnliche Maßnahmen ergreifen, oft genau unter die Lupe genommen werden. Das eigentliche Problem ist nicht nur der numerische Anstieg der Schuldenquote, sondern die Frage, ob dies Indonesiens finanzielle Glaubwürdigkeit gefährden könnte, sofern keine zugrundeliegenden Probleme hinsichtlich der Rechenschaftspflicht bestehen, die in Entwicklungsländern nicht ungewöhnlich sind. Die Herausforderung besteht darin, Integrität zu wahren und nachzuweisen, dass Investitionen in öffentliche Infrastruktur, Gesundheit und Ernährung kurz- oder langfristig Vorteile bringen.“ – Gita Sjahrir, Leiterin Investment bei BNI Ventures – Jeremy Au
„Es leuchtet ein, dass eine bessere Ernährung und eine höhere Proteinzufuhr den IQ steigern und so eine leistungsfähigere und intelligentere Bevölkerung hervorbringen können. Das eigentliche Problem in Indonesien ist jedoch nicht mangelnde Intelligenz, sondern die Wirtschaftslage, die Armut und der Mangel an Nährstoffen. Wachstumsverzögerungen stellen eine enorme Herausforderung dar, und vielen Menschen fehlt der Zugang zu hochwertigen Lebensmitteln und Proteinen – ein tiefgreifendes systemisches Problem. Es geht hier nicht um Wahlfreiheit, sondern um fehlenden Zugang. Deshalb sind Ernährungsprogramme in Kampagnen so beliebt und erfolgreich – die Menschen verstehen und schätzen ihren Nutzen intuitiv.“ – Gita Sjahrir, Leiterin Investment bei BNI Ventures – Jeremy Au
In dieser Folge Jeremy Au mit Gita Sjahrir über Indonesiens Schuldenquote von 39 % im Vergleich zu Singapur, das kostenlose Schulmittagessenprogramm und den Umzug der Hauptstadt von Jakarta nach Nusantara.
Jetzt auf Apple Podcasts anhören!
Schlüsselwörter: Indonesien 39 % Schulden-BIP-Verhältnis im Vergleich zu Singapur, kostenloses Schulspeisungsprogramm, Hauptstadtumzug von Jakarta nach Nusantara, Gita Sjahrir, Indonesien, VC, Frauen, Thought Leadership