Entwicklung der weltweit meistgenutzten medizinischen KI | Dr. Thomas Kelly von Heidi - E716

„Wenn man an ein Gesundheitssystem denkt, ist der Engpass die Zeit und Aufmerksamkeit der Ärzte. Alles, was diese in Anspruch nimmt, wirkt sich direkt auf die Patientenergebnisse aus, da es die Bettenbelegung verlangsamt, die Geschwindigkeit verschiedener Behandlungen reduziert und man ständig seine eigene Zeit priorisieren muss, sodass man letztendlich nur die schwerstkranken Patienten behandelt. Papierkram raubt einem ohnehin schon sehr begrenzten System zusätzliche Kapazität.“

„Mit dem Erscheinen von GPT-4 änderte sich alles. Wir mussten die Hälfte des Teams entlassen, unseren Kunden mitteilen, dass wir unsere Versprechen nicht einhalten würden, und unseren Investoren erklären, dass die These, auf die sie gesetzt hatten, nicht stimmte und dass Modelle kein Alleinstellungsmerkmal mehr darstellten. Damit Heidi erfolgreich sein konnte, mussten wir uns zu einem Produktunternehmen wandeln. Es ist schon verrückt, dass wir es vom fast sicheren Aus zum weltweit meistgenutzten KI-Tool im Gesundheitswesen geschafft haben.“

„Dank des Modellfokus von Heidi sind wir besonders stark bei komplexen Anfragen, bei denen Malaiisch, Hokkien, Englisch und etwas Singlish vorkommen und die Notizen in einer anderen Sprache ausgegeben werden sollen. Wir konzentrieren uns naturgemäß auf Märkte, in denen die Standardmodelle nicht so gut funktionieren. Vor allem in Asien, wo nicht der lateinische Zeichensatz verwendet wird, sind Sprachmittler in der Regel nicht so gut in der Transkription. Als wir unsere Nutzer befragten, stellten wir fest, dass wir in Singapur und Japan bereits eine sehr gute Resonanz erzielt haben.“

Dr. Thomas Kelly, Gründer und CEO von Heidi Health, spricht mit Jeremy Au über seinen Werdegang vom Assistenzarzt in der Gefäßchirurgie zum Unternehmer im Bereich Gesundheitstechnologie. Sie beleuchten die enorme administrative Belastung von Ärzten, die einen Engpass im Gesundheitswesen darstellt und die Patientenversorgung einschränkt. Dr. Kelly schildert die Anfänge von Heidi Health, die schwierige Neuausrichtung des Unternehmens nach der Einführung von GPT-4 und wie es sich zu einem weltweit führenden Anbieter von KI-gestützten medizinischen Dokumentationslösungen entwickelte. Das Gespräch behandelt außerdem die regulatorischen Rahmenbedingungen für Software als Medizinprodukt (SaMD), den Umgang mit Haftungsfragen im Gesundheitswesen und die Expansion von Heidi Health in asiatische Märkte wie Singapur und Japan durch die Bewältigung komplexer, mehrsprachiger klinischer Interaktionen.

00:00 – Einführung und Dr. Thomas Kellys Weg zur Medizin

04:45 – Vom Medizinstudenten zum EdTech-Gründer

09:00 – Die wahren Kosten des Verwaltungsaufwands für die Patientenversorgung

13:40 – Die technischen Herausforderungen beim Aufbau eines zuverlässigen KI-gestützten medizinischen Dokumentationssystems

17:35 - Umgang mit Haftung und Software als Medizinprodukt (SaMD)

22:00 Uhr – Heidi Healths Zukunftsstrategie: Evidenz, Nachuntersuchungen und Hardware

26:30 – Geografische Expansion und Produktlokalisierung in Asien

33:00 – Warum Kliniker Innovationen im Bereich Gesundheitstechnologie vorantreiben

34:25 – Der Wendepunkt bei Crucible: Wie GPT-4 einen kompletten Neustart des Unternehmens erzwang

37:25 – Wettbewerb mit OpenAI- und Foundation-Modellen im Gesundheitswesen

Auf YouTube ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=yA5jzWf4V_Y&list=PLl9u6ECOP8_7scb97PE3whKu4yJVizIOd

Hören Sie auf Spotify: https://open.spotify.com/episode/4VoEIJGua0tyPTxFnz652G

Schlüsselwörter: HealthTech-Startups, KI-gestützte medizinische Dokumentation, KI im Gesundheitswesen, Heidi Health, Startup-Strategiewechsel, Software als Medizinprodukt (SaMD), GPT-4-Anwendungen im Gesundheitswesen, Asiatische Gesundheitsmärkte, Klinische Entscheidungsunterstützung

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