Shiyan Koh: Die Logik der US-Zölle, die Folgen des Exportrückgangs in Südostasien und die Sparsamkeit von Startups in der Krise – E561
„Jungen Leuten rate ich generell: Ihr solltet irgendwann in eurem Leben in den USA arbeiten, denn dort gibt es einen großen, wettbewerbsintensiven Markt. Für ältere Menschen – mit Kindern, Familie, pflegebedürftigen Eltern und so weiter – ist die Entscheidung etwas schwieriger, weil es nicht mehr nur um die berufliche Perspektive geht. Jeder muss das letztendlich für sich abwägen. Ich meine, selbst wenn man in einer Art privilegierten Blase wie San Francisco lebt, ist diese fremdenfeindliche Rhetorik ziemlich anstrengend. Manchmal fühlt man sich dadurch unsicher. Und dann stellt sich die Frage: Ist das die Umgebung, in der meine Kinder aufwachsen sollen?“ – Shiyan Koh, Managing Partner bei Hustle Fund
„Aber wenn man sich die eigentliche Mathematik ansieht, haben sie im Grunde einfach die Handelsbilanz halbiert und diese Zahl als die nicht handelsbedingten Barrieren für die USA deklariert. Ich denke, jeder, der Wirtschaftswissenschaften studiert hat, kennt den komparativen Vorteil – es gibt Gründe, warum man Chips produziert, oder das klassische Beispiel mit den Waffen und der Butter: Du produzierst Waffen, ich produziere Butter, und wir handeln, sodass es uns beiden besser geht. Du kannst mehr Waffen herstellen, ich kann mehr Butter herstellen, als wenn wir beide versuchen würden, beides selbst zu machen. Also, ich weiß nicht, ich finde das Ganze einfach ein bisschen absurd.“ – Shiyan Koh, Managing Partner bei Hustle Fund
„Sie denken sich wohl: ‚Okay, dann besteuern wir eben den Rest der Welt.‘ Genau das sind Zölle ja im Grunde, oder? Das ist also eine Möglichkeit, Einnahmen zu generieren. Und man könnte argumentieren, dass die US-Exporte mit der Zeit – wenn der US-Dollar, nehme ich an, auch etwas an Wert verliert – wettbewerbsfähiger werden, was sich positiv auf die Handelsbilanz und andere Dinge auswirken sollte. Man könnte sich das also so oder so ausdenken. Ich denke, das setzt voraus, dass die Auswirkungen der Zölle nicht durch den Nachfragerückgang aufgrund steigender Preise kompensiert werden, richtig?“ – Shiyan Koh, Managing Partner bei Hustle Fund
Jeremy Au und Shiyan Koh analysieren die US-Zollerhöhung vom 2. April und ihren radikalen Bruch mit jahrzehntelangem Freihandel. Sie beleuchten die Logik der Trump-Regierung, die Auswirkungen auf Schwellenländer wie Vietnam und Kambodscha sowie die Folgen für das Vertrauen der Investoren und die Lieferketten. Darüber hinaus erörtern sie, wie Gründer und Familien in Südostasien durch lokales Wachstum und die Überprüfung lang gehegter Vorstellungen vom amerikanischen Traum ihre Widerstandsfähigkeit stärken können.