BetterHelp-Kontroverse: Therapeuten-Burnout, KI-Substitution und finanzielle Warnsignale – E560
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„BetterHelp-Kunden buchen Therapiesitzungen bei lizenzierten Therapeuten mit Abonnements für bis zu 400 Dollar pro Monat. Laut Kundenberichten und Online-Bewertungen nutzen einige Therapeuten jedoch heimlich KI-generierte Nachrichten anstelle von persönlicher Interaktion. In manchen Fällen sollen Therapeuten während Live-Chat-Sitzungen KI-generierte Antworten kopiert und eingefügt haben. In anderen Fällen erhielten Patienten, die ihren Therapeuten außerhalb der Live-Sitzungen Nachrichten schickten, lange, roboterhafte Nachrichten, die eindeutig auf ChatGPT hindeuteten.“
Ehemalige Therapeuten berichten, dass sie gezwungen sind, ihre Terminkalender bis zum Anschlag zu überlasten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Manchmal behandeln sie über 60 Patienten pro Woche. Viele arbeiten in aufeinanderfolgenden 30-Minuten-Sitzungen – kürzer als die branchenüblichen 45 bis 50 Minuten –, sodass ihnen keine Zeit bleibt, die rund um die Uhr eingehenden Patientennachrichten sorgfältig zu beantworten. BetterHelp vergütet Therapeuten nicht für übermäßig kurze oder übermäßig lange Antworten. Dadurch entsteht ein Bereich, in dem KI-generierte Nachrichten besonders effektiv sind, um das System auszunutzen
von Blue Orca Capital gegen BetterHelp verdeutlichen die zunehmenden Spannungen auf technologiegestützten Arbeitsvermittlungsplattformen. BetterHelp wird vorgeworfen, aus Kostengründen und aufgrund von Anreizsystemen KI einzusetzen, um menschliche Therapeuten zu ersetzen. Der Fall spiegelt die weitreichenden Risiken wider, die mit dem Einsetzen von KI und der damit einhergehenden Veränderung von Vertrauen, Qualität und Geschäftsmodellen auf zweiseitigen Marktplätzen verbunden sind.