Maria Li: Tech in Asien Akquisition von Singapore Press Holdings & Startup Winter bis AI Spring - E571
„Wenn man einfach einen automatisierten Prozess hätte, bei dem alle Pressemitteilungen in ChatGPT eingehen, ChatGPT die Informationen verarbeitet und wieder ausgibt, würde die Informationsqualität meiner Meinung nach mit der Zeit leiden, oder? Es wäre zwar eine wirklich gute – quasi eine Wikipedia – objektive und gut zusammengestellte Informationen, aber die tiefergehenden Erkenntnisse würden fehlen. Daher denke ich, dass Redaktionen auch in der KI-Welt noch eine wichtige Rolle spielen werden. Unabhängig vom Bedarf müsste man sich letztendlich auf eine Nische spezialisieren, beispielsweise hyperlokal, was man in den USA bereits beobachten kann. Dort gibt es sehr lokale Inhalte, die tiefgründig auf Erkenntnissen basieren und Expertenwissen nutzen, das KI sonst nicht hätte. Und dann gibt es natürlich noch exklusive Berichterstattung. Ich weiß es nicht. Das ist mein Arbeitsfeld.“ – Maria Li, Chief Operating Officer bei Tech in Asia
„Wissen Sie, ich glaube, Technologie ist neutral, oder? Es kommt wirklich darauf an, wie man sie nutzt. Ich beschäftige mich in letzter Zeit verstärkt mit Klimatechnologien und finde das total spannend, denn einerseits ist Technologie einer der Faktoren, die uns in die Klimakrise gebracht haben, in der wir uns jetzt befinden. Und ehrlich gesagt, KI, die Nutzung von Rechenzentren, der Wasser- und Stromverbrauch sind nicht optimal. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass wir uns durch Innovationen aus dieser Krise befreien können. Technologie ist eben nur ein Werkzeug. Es kommt wirklich darauf an, wie man es einsetzt, wie man es im Leben anwendet. Und es geht darum, dass man das Werkzeug nutzt und nicht von der Technologie beherrscht wird. Ich denke, genau da liegt der Schlüssel zum Erfolg von Facebooks Wachstumsmodell: Sie nutzten Nutzerdaten, ohne es überhaupt zu merken, und bauten darauf ihre Marketingmaschinerie auf.“ - Maria Li, Chief Operating Officer bei Tech in Asia
„Die Realität sieht so aus: Während der Übernahmeverhandlungen ist alles rosig, oder? Man denkt: Wow, was für eine fantastische Marktchance! Wenn wir unsere Kräfte bündeln, können wir sie nutzen. Aber dann kommt der schlimmste Fall – man kennt ja die Geschichten von gescheiterten Übernahmen, wo die Teams nicht miteinander auskommen. Und dann, innerhalb von drei bis fünf Jahren, gibt es einen Management-Buyout oder das Unternehmen geht pleite, richtig? Ich denke, die Realität liegt meist irgendwo dazwischen. Deshalb ist es wichtig, realistische Erwartungen zu haben – und man muss in der Lage sein, alle möglichen Szenarien durchzuspielen, bevor man den Kaufvertrag unterschreibt. Man fragt sich: Was will ich für mein Unternehmen erreichen, im besten und im schlimmsten Fall? Was will ich persönlich erreichen, im besten und im schlimmsten Fall? Man sollte wirklich alle möglichen Ausgänge durchspielen. Und ich denke, solange man mit dieser Denkweise an die Sache herangeht, wird man …“ „Um die Dinge viel besser in den Griff zu bekommen, nicht wahr?“ – Maria Li, Chief Operating Officer bei Tech in Asia
Jeremy Au trifft sich erneut mit Maria Li, um zu erörtern, wie die Tech-Szene in Asien den Start-up-Winter in Südostasien, die disruptive Entwicklung generativer KI und den Druck durch Unternehmensübernahmen meistert und dabei gleichzeitig gemeinschaftsorientierte Werte bewahrt. Gemeinsam diskutieren sie KI-Experimente, die Integration von Akquisitionen, Führungsdynamiken und die Vereinbarkeit von modernen Medien und Familienleben. Das Gespräch beleuchtet, wie man sich an rasante Veränderungen anpasst, transparent bleibt und bewusste Entscheidungen im Berufs- und Privatleben trifft.